Kategorie-Archiv: Wahltag

Aargauer Partei-Strategien!

Nachdem im Kanton Aargau die Kandidatin der Gr√ľnen, Ir√®ne K√§lin, kein zweites Mal zu den S√§nderatswahlen antreten wird, unterst√ľtzt die SP die Kandidatin der CVP Ruth Humbel. Sie hatte am 18. Oktober das mit Abstand schlechteste Resultat der vier kandidierenden Favoritinnen und Favoriten erzielt. Ob f√ľr sie die Sterne am 22. November besser stehen, d√ľrfte vor allem von der Frage abh√§ngen, ob beide Kandidaten von FDP und SVP nochmals antreten oder ob sich einer von ihnen – zum Beispiel durch Los-Entscheid – zur√ľckzieht. – Weshalb ist das so?
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Ständeratswahlen Solothurn Рbleibt Wobmann chancenlos?

Im Kanton Solothurn hat die St√§nderatskandidatin der Freisinnigen, Marianne Meister, bekannt gegeben, dass sie f√ľr den 2.Wahlgang vom 15.November nicht mehr zur Verf√ľgung steht. F√ľr die Solothurner Stimmb√ľrgerinnen und Stimmb√ľrger bedeutet dies eine klare Ausgangslage. Sie haben die Wahl zwischen dem bisherigen Vertreter der SP, Roberto Zanetti, und dem Favoriten der SVP, Walter Wobmann. Ob sich die Chancen f√ľr Wobmann durch den R√ľckzug Meisters verbessern, bleibt indessen fraglich. Zu gross seien „die Altlasten“ unter den drei b√ľrgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP. Eher werde Zanetti unterst√ľtzt, als mit den Stimmen f√ľr Wobmann einen b√ľrgerlichen Sitz zu erobern, sagen Insider. Will man ihrer Beurteilung glauben, kann sich Roberto Zanetti als lachender Dritter zur√ľcklehnen.

Thurgau: Gescheiterter Schulterschluss!

Der Schulterschluss zu einem gemeinsamen Wahlerfolg als Unternehmer blieb im Kanton Thurgau erfolglos: Weder der Stahlunternehmer und Pr√§sident der Thurgauer Industrie- und Handelskammer Christian Neuweiler, FDP, noch der Gesch√§ftsf√ľhrer und Mitinhaber der KIFA AG, Ruedi Heim, CVP, schafften den Sprung in den Nationalrat. Im Vergleich zum gew√§hlten Parteikollegen Christian Lohr (22356 Stimmen) erntete Heim bescheidene 7451 Stimmen.

Dennoch holte sich die FDP den vor vier Jahren an die GLP verlorenen Sitz in der Grossen Kammer zur√ľck: Gew√§hlt wurde Hermann Hess, auch Unternehmer, mit 11889 Stimmen. Zum Vergleich: Neuweiler platzierte sich unter den Kandidierenden seiner Partei mit 10310 Stimmen auf Platz 3.

St√§nderat Aargau: Knecht vor M√ľller

Mit einem √ľberraschend guten Resultat hat der Aargauer SVP-Nationalrat und M√ľllerei-Unternemer Hansj√∂rg Knecht bei den St√§nderatswahlen abgeschlossen: Die amtierende St√§nder√§tin Pascale Bruderer Wyss von der SP liess sich mit 104’687 Stimmen (das absolute Mehr lag bei einer Stimmbeteiligung von 48.32% bei 90’261 Stimmen) best√§tigen. Mit dem zweitbesten Resultat vereinte Knecht 77’255 Stimmen. Der bekannteste der B√ľrgerlichen, FDP-Pr√§sident und Nationalrat Philipp M√ľller, kam lediglich auf 71’445 Stimmen. Mit 33’900 Stimmen deutlich und ohne Aussicht auf Erfolg wurde Ruth Humbel von der CVP auf Platz 4 verwiesen. Wer am 22. November zum zweiten Wahlgang antritt und wer zu Gunsten von wem auf die Kandidatur verzichtet, d√ľrfte sich in den kommenden Tagen abzeichnen.

Roger Köppel erzielt das beste Wahlresultat!

Offensichtlich war es f√ľr ihn an der Zeit, sich einzumischen, wie er im Juli in Kerns gegen√ľber wahlen.ch voller Energie und Tatendrang verk√ľndet hat: Roger K√∂ppel zieht mit dem besten Resultat in der Geschichte ins Parlament. Insgesamt legt die SVP um 11 Sitze zu. Auch die Freisinnigen verbessern sich um drei Sitze.

Was die beiden Parteien mit ihren Erfolgen machen, wird sich weisen. Und v√∂llig offen ist derzeit, inwieweit es dem neugew√§hlten K√∂ppel gelingen wird, seinen Intellekt √ľber die Reihen der SVP hinaus einzubringen, um neue Seilschaften zu schliessen und um mehrheitsf√§hige Politik zu betreiben. Dass er – wie im Wahlfieber 2015 geschehen – einfach in die Kolonne steht und bei jeder – gelinde gesagt – spassigen Idee seiner Parteikollgen einfach mittanzt, ist nicht anzunehmen.

Die Abwahl M√∂rgelis zeigt, dass nicht jeder Versuch, besonders originell zu wirken, partout gut ankommt. Und offensichtlich wissen die W√§hlerinnen und W√§hler diesbez√ľglich klare Grenzen zu ziehen. Den SVP-Parteiverantwortlichen sollte dies eine Lehre sein.

So gesehen d√ľrfte es eng werden f√ľr Finanzministerin Eveline Widmer Schlumpf. Sie hat bis zum 9. Dezember Zeit, sich zu entscheiden. Denn die SVP wird sich als st√§rkste Fraktion nicht weitere vier Jahre mit einem Vertreter im Bundesrat abfertigen lassen. Daran liess der an Profil zulegende Parteipr√§sident Toni Brunner am Wahlsonntag keinen Zweifel offen.