Spannendes Wahljahr im Kanton Zürich (2)

Packend wird das Wahljahr 2015 im Kanton Zürich auch bei den Ständeratswahlen: Die beiden Sitze von Verena Diener GLP und von Felix Gutzwiller FDP werden frei: Für den Sitz Dieners kandidiert der ehemalige GLP-Präsident und Nationalrat Martin Bäumle. Für den Sitz der Freisinnigen steigt Nationalrat Ruedi Noser ins Rennen. Soweit so gut. – Wären da die anderen Parteien nicht. Zum Bespiel die SP: Sie tritt mit einem über die Parteigrenzen hinaus valablen Kandidaten an, indem sie auf Nationalrat Daniel Jositsch setzt. Nicht nur der Professor der Rechtswissenschaft Jositsch, sondern auch Beobachter meinen, seine Chancen seien durchaus intakt. Vor allem aber sagen viele, die GLP habe um Ihren Sitz zu zittern.

Damit die SP mit ihrem Favoriten beim Kampf um den Sitz ins Stöckli nicht alleine ist, sorgt auch die SVP für Unruhe. Auch sie hat moderate Professoren in ihren Reihen und tritt mit dem bisherigen Kantonsrat und – ebenfalls wie Jositsch – Rechtswissenschaftler Hans-Ueli Vogt an. Lange hat die SVP mit diesem Entscheid zugewartet. Dies, nachdem Rita Fuhrer gegenüber wahlen.ch bereits vor Monaten erklärt hatte, sie werde nicht mehr auf’s politische Podest zurückkehren. Doch nun ist es soweit. Und damit Strategen wissen, wohin der Wind weht, liess Vogt vor einiger Zeit gegenüber der NZZ verlauten, er habe im Rahmen des Wahlkampfes nicht im Sinn, sich gegenüber den Freisinnigen zu verbeugen, aber „es wäre sicher schön, wenn wir in jenen Fragen, in denen wir übereinstimmen, einen gemeinsamen Wahlkampf betreiben könnten.“ – Wir werden sehen. Der zweite Wahlgang findet übrigens am 29. November 2015 statt.

Spannendes Wahljahr im Kanton Zürich (1)

2015 wird im Kanton Zürich zu einem spannenden Wahljahr wie lange nicht mehr: Den Auftakt bilden die Regierungsratswahlen am 12. April. Von der SP treten der bisherige Mario Fehr zusammen mit seiner nicht mit ihm verwandten Namensvetterin Jacqueline Fehr, Nationalrätin, an. Beide sollen die beiden Sitze der SP nach dem Rücktritt Regine Aepplis verteidigen.

Auch für die FDP wird es spannend. Sie will den freiwerdenden Sitz von Finanzdirektorin Ursula Gut durch Carmen Walker Späh für sich behalten. – Zusammen mit Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger.

Die CVP steigt mit Silvia Steiner, „Staatsanwältin, Mutter, Politikerin“, ins Rennen. Die 56jährige Juristin soll den vor vier Jahren verlorenen Sitz von Hans Hollenstein zurückerobern. Mit Ihrer Kandidatur kämpft sie auch gegen ihren heutigen Chef, den Justizdirektor der Grünen, Martin Graf, an. Ihre Wahlchancen werden aufgrund der Schlagzeilen während der vergangenen vier Jahre über die Führung dieses Departementes als intakt beurteilt.

Auf eine Kandidatur aus eigenen Reihen verzichtet die GLP. Sie gibt auch keine Wahlempfehlung ab. – Es spielen also einige Zünglein an der Waage – und die SVP hält sich – sieht man von den von ihr nicht ungewohnten Plänkelein etwa gegen die FDP ab – bescheiden zurück. Dabei ist sie mit ihren Bisherigen, Baudirektor Markus Kägi und Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker gut positioniert und täte – vor allem auch im Hinblick auf die Ständeratswahlen – gut daran, die beiden Kandidaturen der Freisinnigen offen zu unterstützen (s. Teil 2).

Ein zweiter Wahlgang ist absehbar. Termin ist der 14. Juni 2015.
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Auf Laurent Favre folgt Pierre-André Monnard

Im Nationalrat wurde zu Beginn der dritten Sessionswoche Pierre-André Monnard, Stadtrat von la Chaux-de-Fonds, vereidigt. Er folgt auf Laurent Favre, der für die Freisinnigen im Neuenburger Staatsrat Einsitz nimmt.
Monnard wird wie sein Vorgänger Mitglied der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK-N). Der 57-jährge eidgenössisch diplomierte Buchhalter begann seine politische Karriere als Gemeinderat im Jahre 2008 und wurde ein Jahr später Kantonsrat in Neuenburg.