Schülerdemos gegen den Klimawandel –
der Aufstand der Verwöhnten!

Bildlegende: Kommentar von Walter Ostermeier - Wer organisierte die Schülerdemonstrationen am 18. Januar 2019 in 18 Schweizer Städten title=
Wie naiv dürfen – oder müssen – übersättigte Medienschaffende, Pädagoginnen und Pädagogen, Politikerinnen und Politiker sein, dass sie in 18 Schweizer Städten Tausende von Kindern und Jugendlichen mit Plakaten und Protestsprüchen gegen den Klimwandel durch die Zentren ziehen lassen? – Wären die mit Luxus verwöhnten Organisatoren und deren Nachkommensgeneration ohne die Annehmlichkeiten, die die heraufbeschwörte Umweltkatastrophe seit Jahrhunderten massgebend herbeigeführt haben, überhaupt noch überlebensfähig?

Ein Kommentar von Walter Ostermeier

„Auch eine gute Absicht rechtfertigt eine Dummheit nicht. Oder: Die seit Jahrhunderten verursachte – und seit über 50 Jahren bekannte – globale Erwärmung mit Klimawandel, lässt sich – wenn überhaupt – erst über Jahrhunderte korrigieren.“ Eine kritische Berichterstattung oder Binsenweisheiten waren in der Hauptausgabe der Tagesschau vom 18. Januar 2019 nicht zu vernehmen. Stattdessen wurde dem Millionenpublikum eine Wahrheit vorgegaukelt, die keine ist: So wie ein hageres, im Meer der Tristesse tauchendes Mädchen aus Schweden, seien von sich aus Tausende von Kindern und Jugendliche in 18 Schweizer Städten auf die Strasse gegangen, um vereint gegen den Klimawandel zu protestieren. Eher wegen Schuleschwänzen von der Schulleitung einen Verweis riskieren als zu Schweigen, lautete die Devise in der TV-Berichterstattung. Im Demo-Bericht gabs die unmittelbare Verhinderung des Klimawandels zum Nulltarif. Keine Rede davon, worauf die spontan zusammengewürftelte Gemeinschaft aus unseren Schulen zu Hause am Frühstückstisch, in den Ferien, Freizeit, Schule und Beruf selber verzichten müsste. Dafür war in Basler Dialekt zu vernehmen, dass es vor allem die Reichen seien, denen das Klimadebakel zuzuschreiben sei.

Vom feuerspeienden Drachen zum rettenden Feuerwehrmann!

Wer, wie und was machte es möglich, dass am 18. Januar 2019 in 18 Schweizer Städten soviele strahlende Schülerinnen und Schüler mit Plakaten über Strassen und Plätze zogen und dabei meinten, sie täten Gutes, weil sie frohen Mutes gegen den Klimawandel protestieren? Nachhaltig, natürlich. Was bildete den Hintergrund?
Schweizer Medienhäuser – darunter SRF – haben Schülerinnen und Schüler auf ihre Redaktionen eingeladen, damit sie das journalistische Handwerk hinter den Kulissen und von der Pike auf kennenlernen können. Was sind die Themen? Besonders beflissene durften sogar selber einen Beitrag machen. Soweit so gut. Oder? – Medienkunde sollte mehr als eine Goodwillaktion von PR-Abteilungen der Medien sein. Schliesslich – und das ist seit der Erfindung des Buch- und Pressedrucks unter erfolgreichen Meinungsmachern, Unternehmern, Politikern, Diktatoren und Reformatoren, also seit Jahrhunderten, erkannt- sind es die Medien, die die Stimmung und die Meinung von uns Bürgerinnen und Bürgern wesentlich (mit)beeinflussen. Ob wir als Konsumenten, (Müll-)Produzenten, Patienten oder Wähler, Soldaten, Kriegs- oder Unglücksopfer, Spender oder Gönner angesprochen werden, ist völlig egal. Hauptsache, die Botschaft wird glaubwürdig, also authentisch vermittelt. Hauptsache, der Angesprochene bekommt Vertrauen und wird mit gutem Gefühl gefällig.

Wer sein Leben selbstbestimmend und von den Medien unbeeinflusst gestalten möchte, sollte den Medienkonsum in der Schule ebenso lernen dürfen wie Rechnen und Schreiben! Dass gerade Bildungsverantwortliche, Politiker und Interessengemeinschaften von links bis rechts wenig Interesse an der Vermittlung von solchem Unterrichtsstoff haben, liegt auf der Hand. Im Ernst: Oder meinen Sie, aus einem feuerspeienden Drachen werde plötzlich ein rettender Feuerwehrmann? Doch das by the way.

Ich, als Radiohörer und Fernsehzuschauer, als zu sanktionierender Umweltverschmutzer, bekomme täglich mehr und mehr Gewissenskonflikte. Bin wahrscheinlich heute schon schwermütig. Soll ich mich als schlechten Menschen bekennen? Oder fühle ich mich bloss so, weil ich mir dieses Gefühl von den gutmeinenden smarten Damen und Herren hinter den Mikrofonen vermitteln lasse? Ausschliessen kann ich das nicht. Deshalb habe ich mich eben zu „Medienkonsum, ein Lehrgang für Erwachsene“ angemeldet. – Melde mich.