„Schweizer Konsumenten profitieren“

Die Ausrichtung der Direktzahlungen geriet im Rahmen der AP 2014-2017 vermehrt in den medialen Fokus. Es wurde vorwiegend über die Direktzahlungen als Kostenfaktor berichtet, nicht aber über deren Bedeutung für die Konsumenten.

Von Silvie Griss, Mitglied der SVP-Landwirtschaftskommission, Grosswangen (LU)

Die Grundlage der Agrarpolitik der Schweiz bildet der Artikel 104 der Bundesverfassung, der sogenannte Landwirtschaftsartikel. Dieser wurde 1996 von Volk und Ständen mit grossem Mehr angenommen. Die Hauptziele des Landwirtschaftsartikels sind die sichere Versorgung der Bevölkerung, die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen sowie die Pflege der Kulturlandschaft. Der Nahrungsmittelverbrauch konnte in den letzten 20 Jahren zu 60 Prozent mit Produkten aus inländischer Produktion erzeugt werden. Trotz Bevölkerungswachstum und Kulturlandverlust konnte der Selbstversorgungsgrad aufrechterhalten werden. Damit der Selbstversorgungsgrad auch in Zukunft auf einem für die Schweiz hohen Niveau gehalten werden kann, sind Direktzahlungen unverzichtbar.

Die Konsumenten profitieren von einer Produktevielfalt und qualitativ hochwertigen Produkten zu einem vergleichsweise tiefen Preis. Die Haushaltbudgeterhebung 2013 des Bundesamtes für Statistik zeigt, dass durchschnittlich nur 6.4 Prozent des Bruttoeinkommens für Nahrungsmittel und alkohol­freie Getränke ausgegeben werden. In keinem anderen Land in Europa geben die Haushalte prozen­tual weniger für Nahrungsmittel aus als in der Schweiz. Spitzenreiter war im Jahr 2012 die Ukraine mit rund 40 Prozent Ausgaben für Nahrungsmittel in Prozent des Bruttoeinkommens.

Im Landwirtschaftsartikel wird festgehalten, dass für den Bezug von Direktzahlungen ein ökologischer Leistungsnachweis erbracht werden muss. Die Konsumenten profitieren von einer Nahrungsmittelproduktion, bei welcher die natürlichen Lebensgrundlagen geschont werden. Die Belastungen von Boden, Wasser und Luft werden verringert und es werden Leistungen erbracht, welche sich begüns­tigend auf die biologische Vielfalt und das Landschaftsbild auswirken. Die strengen Tierschutzbestimmungen tragen zum Wohl der Tiere bei, welches sich wiederum positiv auf die Produktequalität auswirkt. Vermehrt gewinnen für die Konsumenten die Herkunft der tierischen Produkte und eine artgerechte und schonende Tierhaltung an Bedeutung. Die Konsumenten haben aber auch eine sozi­ale Verantwortung. Wer Schweizer Landwirtschaftsprodukte kauft, erhält für sein Geld erstklassige Produkte mit der Gewissheit, dass diese nicht unter menschlich unwürdigen Bedingungen und zu Dumpinglöhnen produziert wurden.

Die Schweizer Landwirtschaft bewirtschaftet rund einen Drittel der Gesamtfläche der Schweiz und prägt einen Grossteil des Schweizer Kulturlandes. Trotz Stärke des Schweizer Frankens bleibt die Schweiz durch ihr gepflegtes Landschaftsbild als Ferienland für in- und ausländische Touristen sowie auch für Freizeitaktivitäten gleichermassen attraktiv.

Im Jahr 2014 wurden gemäss Bundesamt für Statistik rund 2,8 Milliarden Franken an Direktzahlungen ausgerichtet. Die Landwirtschaft kauft jedes Jahr für mehr als 8,1 Milliarden Franken Leistungen ein. Dazu gehören Futtermittel und Saatgut, aber auch Dienstleistungen wie Reparaturen und Versiche­rungen und Investitionen in Gebäude und Maschinen. Damit trägt sie einen bedeutenden Teil für die regionale Wirtschaft und die Erhaltung von Arbeitsplätzen bei.

Die SVP setzt sich für eine nachhaltig produzierende Schweizer Landwirtschaft und die Erhaltung des Kulturlandes ein.