Ständeratswahlen vom 22. November – wenn zwei sich streiten…

In den Kantonen Aargau und Zürich werden für die Legislatur 2015-2019 noch zwei Ständeräte gewählt. In beiden Kantonen treten „bürgerliche Politiker“ gegeneinander an. Bastien Girod von den Grünen freut sich im Kanton Zürich, denn die Stimmen, die entweder an Ruedi Noser von den Freisinnigen oder an Professor Hans-Ueli Vogt von der SVP gehen, verbessern sein Resultat. Ob dieses so gut sein wird, dass er den Sprung ins Stöckli schafft, ist dennoch fraglich.

Zumindest für strategischge Planer im Hintergrund! Sie hoffen darauf, dass viele Gewerbetreibende – „unabhängig ihrer Parteizugehörigkeit“ – zur Urne gehen, um mit der Wahl Nosers, das Nachrutschen des Direktors vom Schweizerischen Gewerbeverband Hans-Ulrich Bigler in den Nationalrat zu ermöglichen. – Man wird sehen, ob sich ihre Hoffnung erfüllt.

Im Kanton Aargau freut sich die SP, dass die CVP mit Ruth Humbel als ehemalige Spitzensportlerin und christlichsoziale Gesundheitspolitikerin – trotz schlechtestem Resultat unter den Ständeratskandidierenden von CVP, FDP und SVP – nicht aufgegeben hat und in den zweiten Wahlgang gestiegen ist. Mit Humbel erhofft sich die SP mehr Einfluss im Stöckli. Deshalb haben die SozialdemokratInnen – nach eigenem Bekunden – die C-Politikerin sowohl auf kantonaler wie auf eidgenössischer Ebene ins Gebet genommen, um ihr nach längeren Fragerunden ihre Unterstützung zuzusagen.

Ob die Parteiangehörigen von CVP, SP, Grünen, GLP, BDP und EVP befliessen zur Urne gehen, ist schwer zu deuten. Denn auch im Aargau könnten sich viele Wählerinnen und Wähler beim zweiten Wahlgang – wie in anderen Kantonen – einfach zurücklehnen. Ebenso offen bleibt, wie sich die Mitglieder der SVP entscheiden. Ob sie dem vielen als „eher bieder zurückhaltend“ in Erscheinung tretenden Knecht (frei nach dem knechtschen Slogan „Knecht wählen, Könige hat es genug!“) ihre Stimme geben, oder ob sie sich kurzfristig doch für den sehr selbstsicheren, wortgewandten freisinnigen Philipp Müller entscheiden, bleibt offen.

Vielleicht muss man sich ja ein bisschen wie als König fühlen – und in der Öffentlichkeit des entsprechende Gefühl vermitteln – um als Mitglied der Kleinen Kammer gewählt zu werden! Man wird sehen.

Wahlplakat von Hansjörg Knecht, SVP AG
Hansjörg Knecht, SVP AG